Orientalische
Instrumente
Saiteninstrumente:
Ud: ( vom
arabischen al Oud auf Deutsch das Holz )
Die
Ud gehört zur Familie der Kurzhalslauten. Der Korpus
(=Klangkörper)
wird aus Holz gefertigt, und verfügt über einen
weichen, schmelzenden
Klang. Die Ud ist eines der Hauptinstrumente der arabischen
Musiktradition.
Historie :
Schon zur präislamischen Zeit war sie das beliebteste
Instrument, und
ist es bis heute geblieben. So orientiert sich das arabische Tonleiter-
System an den Bünden der Laute. Sie ist wahrscheinlich das
bekannteste
und auch älteste Instrument in der Ahnengalerie der Gitarre.
Der Name
„Laute“ kommt vom arabischen AlÓud
(„das Holz“) und weist deutlich auf
ihren orientalischen Ursprung hin. Ursprünglich stammt die Ud
aus
Persien, und kam im 8. Jahrhundert über das arabische
Andalusien mit
den Troubadouren (=Erfinder von Versen bzw. altfranzösisch trouver:
finden oder erfinden, Dichter und Dichterkomponisten, die von der
zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis zur zweiten
Hälfte des
13. Jahrhunderts in Frankreich ihre Blütezeit
erlebten) in das
mittelalterliche Europa, und erlebte im 16. Jahrhundert den
Höhepunkt
ihrer Popularität. Sogar Johann Sebastian Bach schrie Werke
für das
„arabische Holz“, dass erst im 18. Jahrhundert
durch das Klavier
ersetzt wurde. Die Bezeichnung für „Laute“
weisen in fast allen
europäischen Sprachen auf seine arabische Herkunft hin:
altspanisch
„alaude“ , italienisch „liuto“,
englisch „lute“, deutsch
„Laute“ –
einige Sprachen haben sogar noch den arabischen Artikel
„al“. Die Ud
wurde zu einem der wichtigsten Instrumente der abendländischen
Musikgeschichte.
Die
Laute hatte ursprünglich nur vier Saiten. Jede dieser vier
Saiten
symbolisiert ein menschliches Temperament, bzw. die damals bekannten
Körpersäfte wie Blut, die gelbe und die schwarze
Galle und das Phlegma
(=Als Phlegmatiker vom griechischen.: phlegma =
kalter und
zähflüssiger Körperschleim wird ein Mensch
bezeichnet, der langsam,
ruhig und schwerfällig ist. Dem zähflüssigen
Körpersaft entsprach nach
antiken Vorstellungen das schwerfällige Temperament. Dem
Phlegmatiker
sei häufig "alles egal"). Zitiab, der berühmte
andalusische Künstler,
fügte im 9. Jahrhundert in Cordoba eine fünfte Saite
hinzu – die Seele.
Die
Renaissance- Laute war in der Regel mit sechs Saitenpaaren
(„Chören“)
in der Stimmung G-C-F-A-D-G bespannt (auf die E- übertragen
E-A-D-F#-H-E). In der Barockzeit (= Der Ausdruck Barock portugiesisch
barocco = "schiefrund, merkwürdig" und französisch
baroque =
"Auswucherung, Warze", bedeutet auch unregelmäßige
Perle - hergeleitet
vom portugiesischen Wort „barroco“,
bezeichnet die kunstgeschichtliche
Stilepoche ca. von 1575 bis 1770, die der Renaissance folgte bzw. dem
Klassizismus vorausging.)
wurde der Umfang des Instruments auf bis zu 13 Chöre in
verschiedenen Stimmungen
( „Scordaturen“) erweitert. Die Notation (=Als
Notation bezeichnet man
in der Musik das grafische Festhalten von musikalischen Parametern wie
Tonhöhe, -dauer und -lautstärke in einer dazu
entwickelten
Notenschrift. Sie dient einerseits dazu, bereits bekannte
Musikstücke
schriftlich zu dokumentieren, und ersetzt so zum Teil die
Überlieferung
durch Vorspielen oder Vorsingen.) erfolgte in Tabulatur (=Unter
Tabulatur versteht man in der Musik Griffschriften für jeweils
ein
spezielles Musikinstrument im Gegensatz zur üblichen,
Tonhöhe und
-dauer darstellenden Notenschrift.
Zu
Beginn des 14. Jahrhunderts wurden Tabulaturen dazu erfunden, mehrere
Stimmen polyphoner Vokalmusik für ein Instrument
zusammenzuschreiben,
zu tabulieren. In der Musik Westeuropas wurden im späten
Mittelalter,
der Renaissance und im Barock verschiedene Formen von Tabulaturen
für
Saiteninstrumente wie Laute, Vihuela, Gambe und Harfe sowie
für
Tasteninstrumente wie Orgel, Cembalo und Virginal verwendet.
Tabulaturen sind instrumentenspezifisch, d. h. jeweils nur auf
dem
Instrument zu verwenden, für das sie geschrieben sind: eine
Orgeltabulatur kann man nicht einfach auf der Laute abspielen (und
umgekehrt). Das gilt besonders für Tabulaturen für
Lauteninstrumente
untereinander, die sich durch ihre verschiedene Saitenzahl und Stimmung
voneinander unterscheiden.)
Die gebräuchlichste arabische Stimmung ist D-G-A-D-G-C, in
Syrien und
Ägypten werden allerdings Instrumente mit fünf
Chören bevorzugt. Die
größte Differenz zur Laute, ist das Fehlen von
Bünden (=Bei vielen
Saiteninstrumenten ist das Griffbrett durch Bünde unterteilt,
die die
Verkürzung der Saiten und damit Veränderung der
Tonhöhe bewirken, wenn
der Spieler seine Finger an oder zwischen sie setzt.
Ursprünglich waren die Bünde aus Schnur oder Darm und
um den Hals
„gebunden“ (wie bei der Gambe), heute haben viele
Instrumente in das
Griffbrett eingelassene Bünde aus Metall. Bei der Gitarre sind
die
Bünde zumeist aus Neusilberdraht gefertigte und ins Griffbrett
eingelassene Erhebungen.
Andere
Saiteninstrumente haben keine Bünde, so z. B. die
Vertreter der
Geigenfamilie. Bei dem Violoncello und dem Kontrabass waren allerdings
Bünde bis zum 18. Jahrhundert üblich. In der Pop- und
Rockmusik kommt
der bundlose („fretless“) E-Bass vor. Das verlangt
dem Spieler ein
höheres Maß an Präzision ab, um die
Töne genau zu treffen. Außerdem
ändert sich der Klang des Instrumentes; Kenner beschreiben
diesen Klang
als „schnurrend“ oder „weich“.
Bei den meisten
Instrumenten ändert sich die Tonhöhe von Bund zu Bund
um einen Halbton.
Das folgende Bild veranschaulicht, wie sich Bünde auf das
Greifen der Saiten auswirken:
Die klassischen Ud
Kompositionen sind deshalb einstimmig, oft mit
Pedaltönen (=Ein Orgelpunkt oder Pedalton ist in der Musik die
Bezeichnung für einen lang ausgehaltenen oder in bestimmtem
Rhythmus
wiederholten gleichen Ton, zu dem sich andere Stimmen harmonisch frei
bewegen.) zur Erzeugung einer sukzessiven Mehrstimmigkeit.
Das freie Intonieren (= vom lat.
Einstellung der Stimme auf eine bestimmte Tonhöhe.) erlaubt
das Spielen
von Mikrointervallen (=Als Mikrointervall wird in der musikalischen
Akustik meistens der absolut kleinste Abstand in einer vorher
gewählten
logarithmischen Skala eines bestimmten Intervalls bezeichnet, in der
Regel ist das die Oktave. Mikrointervalle können jedoch auch
definierte
ungleichmäßige Abstände innerhalb einer
Oktave eines bestimmten
Tonsystems haben.), charakteristisch sind auch Glissando-Effekte(= Der
Begriff Glissando (auch glissato, glisscato, glissicando; vom
französischen glisser „gleiten“
abgeleitet) bezeichnet in der Musik die
kontinuierliche (gleitende) Veränderung der Tonhöhe
innerhalb eines
größeren Intervalls.) Die arabische Musik folgt dem
Kompositionsprinzip
des Maqam.
Kanoun: (Qänum,
Kanun auf Türkisch, Qanun,
auf arabisch bedeutet Kanoun = Regel, Gesetz)
Der Kanoun ist ein
Saiteninstrument das in Aussehen und Klang der
Zither oder dem Hackbrett ähnelt. Bekannt ist der Kanoun seit
dem 10.
Jahrhundert, und ist sowohl in den arabischen Ländern als auch
in der
Türkei verbreitet. Es ist ein großes,
rechtwinkliges, trapezförmiges
Instrument aus Holz mit 63 bis 84 Saiten. Die Saitenzahl kann je nach
geographischer Region variieren. Es wird mit kleinen Zupfplektren an
den beiden Zeigefingern gespielt (vgl. Bild). Früher setzte
sich der
Kanoun- Spieler im Schneidersitz auf den Boden, und hielt das schwere
Instrument auf den Knien. Heute hat er es etwas leichter: Der Musiker
sitzt auf einen Stuhl, und der Kanoun liegt vor ihm auf dem Tisch. Als
Vorläufer des Cembalos hatte das Kanoun ebenfalls Einfluss auf
die
europäische Musik.
Genauso wie beim Cembalo oder beim Klavier spielt die rechte Hand die
Höhen, und die linke Hand die Bassparts. Wie kein anderes
Instrument
bestimmt der Kanoun die Virtuosität und Ausdruck des
arabischen Spiels.
Saz: (aus
dem Persischen, wo es unter
anderem „Musikinstrument bedeutet)
Die Saz ist die
türkische Laute. In der Türkei wird das Instrument
auch
Bag(lama genannt. Es ist das traditionelle Begleitinstrument der
Barden,
die man in Anatolien und im Kaukasus As,?k (Ashyq,
Ashuq , aus dem Arabischen ????
"der Liebende" )
nennt. In ihrer ganz kleinen Ausführung heißt die
Laute
Cura. Daneben gibt es noch Instrumente mit längeren Hals, die Bozlak
genannt werden. Je nach Region und Ausführung sind weitere
Arten,
nämlich Bag(lama, Divan Saz?, Bozuk,
Çög(ür, Kopuz Irizva, Cura oder
Tembur, bekannt. Das kleinste Instrument mit dem höchsten Ton
ist die
Cura. Eine Oktave tiefer und ein wenig größer ist
die Tambura. Die
Divan Saz ist die größte und im Ton tiefste Art
dieser Langhalslaute.
Ähnliche Instrumente finden sich im Balkanraum, in
Griechenland,
Armenien, Aserbaidschan, Iran und in Zentralasien.
Die zwei geläufigsten Arten zur Stimmung des Instruments sind:
D-G-A (bag(lama düzeni ) und A-D-G (kara
düzen ).
Die letzte wird meistens bei Instrumenten mit einem längerem
Hals
verwendet. In der Regel hat das Instrument 6-7 Saiten, die zu drei
Bündeln zusammengefasst sind (selten: 4 Bündel bei
der sog. " 4 telli",
was übersetzt "4 saitige" bedeutet, was aber eigentlich 4
Bündel mit je
2 Sei(ai)ten darstellt). Das obere Bündel hat 2 Saiten, das
mittlere
auch 2 und das untere kann 2 oder 3 haben. Im oberen und im unteren
Bündel gibt es je eine Bass-Saite, die dicker ist, als die
anderen.
Gespielt wird die Saz meist mit einer Art Plektrum aus einer
Gummi-Plastik Mischung, wobei seit einigen Jahren sich eine Art des
Sazspielens verbreitet hat, welche nicht überall
gängig und bekannt
ist, nämlich das Spielen ohne Plektrum sondern mit den Fingern
(selpe(streichen ,zupfen)). Des Weiteren gibt es natürlich
auch die
elektrische Saz , welche es generell in 2 Ausführungen gibt:
Die klassische Form (Birnenform) und
E-Gitarren-Look
(sieht fast genauso aus wie eine E-Gitarre, ist aber von Kennern zu
Unterscheiden von einer Gitarre). Der Laie wird wohl keinen Unterschied
sehen. Die Elektronik ist auch weitgehend mit der einer E-Gitarre
identisch (bsp. Schaller oder DiMarzio Tonabnehmer).
Einen
sehr wichtigen Platz nimmt die Bag(lama im Alevitentum ein. Sie ist
wesentlicher Bestandteil des Gebets (Cem), in der unter Verwendung der
Bag(lama Gedichte (Deyis) vorgetragen oder gesungen werden, sowie der
Semah getanzt wird. Nahezu jeder alevitische Geistliche spielt
Bag(lama,
da es ohne diese nicht möglich ist den Cem zu leiten.
Buzuq: (kommt
vom türkischen „basibozuk)
Die Buzuq stellt
einen wichtigen Bestandteil im Repertoire der Rhabani-
Musik dar. Sie entspricht am ehesten der westlichen Viola. Bevor
Rhabanis das typische Streichinstrument in der Orchesterbesetzung
wurden, verband man die Buzuq hauptsächlich mit Zigeunermusik
des
Libanon oder Syrien. Das langhalsige Instrument ist mit zwei
Metallsaiten bespannt, die mit einem Plektrum gespielt werden.
Tar:
Ein türkisches
Volksinstrument, das mit Schlagring gespielt wird. In
der Region von Kars wird es geläufig gespielt.
Außerdem ist es auch in
Aserbaidschan, I.ran, Usbekistan und Georgien verbreitet.
Der Trog besteht aus zwei Schüsseln unterschiedlicher
Größe und wird am
meisten aus Maulbeerbaum hergestellt. Auf den Korbteil befindet sich
ein Häutchen des Büffel. Der Stiel wird aus hartem
Holz hergestellt und
darüber befinden sich Bünde aus Misina.
Auf der Tar befinden sich zwei Hauptsaitengruppen. Die Saiten der
ersten Gruppe werden bei der Klangherstellung verwendet und bestehen
aus drei Gruppen mit je zwei Saiten. Die Saiten der anderen Gruppe
bestehen aus Saiten die Kök und Zeng genannt werden, der
Tonfolge nach
gespielt werden und einen reichen Klangton herausgeben.
Gimbri:
Die Gimbri
(auch als Guinbri, Gmbri, Gnibra, Gombri, Gunbri und Gunibri bekannt)
ist eine 1-1,5 Meter lange Laute mit 1-3 Saiten. Sie hat einen langen
runden Hals und einen rechteckigen Körper, welcher mit
Tierhaut
überzogen ist. Die Saiten sind normalerweise aus Schafsdarm
und werden
nicht mit Wirbeln, sondern mit einem Lederband am Hals befestigt.
Die
Gimbri ist ein westafrikanisches Instrument, das seine Wurzeln in
Guinea hat und wahrscheinlich im 13. oder 14. Jahrhundert mit den Gnawa
nach Marokko kam. Sie ist daher eher ein afrikanisches als ein
arabisches Instrument. Heute ist sie jedoch zu einem typisch
marokkanischem Instrument geworden.
Da die Gimbri mit Leder
überzogen ist, wird sie nicht nur als Saiteninstrument,
sondern auch
oft als Trommel verwendet. Das heißt man kann mit ihr
trommeln und
gleichzeitig auch Töne spielen.
Sitar:
Die Sitar (aus dem
persischen: Setar
„Dreisaiter“) ist ein indisches Zupfinstrument mit
2 bis 4 Spielsaiten,
3 bis 4 Bordunsaiten, die auf den Grundton der Tonleiter gestimmt und
für rhythmische Akzente verwendet werden (so genannte
Chikarisaiten),
und 11 bis 14 Resonanzsaiten. Sie gehört zur Familie der
Langhalslauten.
Das Musikinstrument besteht aus einem getrockneten Kürbis als
Resonanzkörper und einem langen Hals, auf dem sich
verschiebbare
Messingbünde befinden, mit Hilfe derer man durch seitliches
Verziehen
der Saite die Tonhöhe um bis zu einer Quinte erhöhen
kann. Der Steg (Jovari )
hat eine besondere gekrümmte Form, so dass die Saiten nur zum
Teil
aufliegen und dadurch den besonders obertonreichen Klang erzeugen. Die
Saiten werden mit einem Plektrum aus Draht (Mizrab )
angeschlagen, das auf den Zeigefinger der rechten Hand gesteckt wird.
Der Grundton in der Stimmung der Sitar kann individuell – je
nach
Klangideal – gewählt werden und liegt meistens
zwischen C und D.
Die Sitar ist das bedeutendste Instrument der klassischen nordindischen
Musik und gilt mittlerweile weltweit als das am schwersten zu
meisternde Musikinstrument überhaupt. Sie wird meistens
solistisch
gespielt, in der Begleitung von Tabla und Tanpura.
Santur:
Der Santur ist eine
Art Hackbrett, die in der persischen und indischen
Kunstmusik gespielt wird. Der persische Name bedeutet hundert Saiten.
Er gehört einer Instrumentenfamilie an, die von Westeuropa bis
China
verbreitet ist. Das Instrument mit einem Nussbaumkorpus ist in Form
eines Trapezes angefertigt und verfügt über 92
Drahtsaiten. Das
Instrument welches mit Holzschlegeln gespielt wird, verfügt
über einen
reinen, metallischen Klang.
Die
Wirbel sind an den Seiten des trapezförmigen Kastens
angebracht. Für
jeden Ton gibt es drei oder vier Saiten und einen einzelnen Steg.
Dadurch ist es möglich, Einzeltöne für den
gespielten Modus
umzustimmen. Der Santur wird mit leichten Holzschlegeln gespielt. Die
Santur wird in Ensemble oder Solo gespielt. In Persien wird der Santur
in der klassischen hochvirtuosen Kunstmusik gespielt. Es handelt sich
um eine kammermusikalische, sehr intime Tradition.
Streichinstrumente:
Kemence:
Kemençe
ist die moderne türkische Schreibweise einer Gruppe von
Streichinstrumenten, die mit ähnlichen Namen, aber oft
unterschiedlicher Bauart sowie mit unterschiedlichen Namen, aber
ähnlicher Bauart in der Volks- und Kunstmusik des Irans, der
Türkei,
der zentralasiatischen Staaten, der Kaukasusstaaten, des Vorderen
Orients, Nordafrikas, des Balkans und Westeuropas Verwendung finden. Zu
dieser Gruppe gehören auch historische Instrumente der
genannten
Regionen sowie historische Instrumente des Abendlandes. In der
Türkei
sind mit kemençe zwei Instrumente gemeint, die armudi
kemençe oder fas?l kemençe
und die karadeniz kemençesi . Eine kemençe
anderer Bauart ist die türkische kemane
oder kabak kemane .
Kabak Kemane:
Ist
ein volkstümlich -türkisches Streichinstrument. Es
zeigt Unterschiede
durch die Regionen und Formen. Es ist bekannt, dass die I.nstrumente
unter den Namen Kabak, Kemane, Ikl?g(, Kabak, Rabab, im Bezirk Hatay
Hegit, im Südosten Rubaba, in Aserbaidschan Kemança
und bei den
zentralasiatischen Türken G?cak, G?ccek oder G?jek den
gleichen
Ursprung haben.
Der Trogteil wird am meisten aus Riesenkürbis
hergestellt. Der Stiel wird aus hartem Holz hergestellt. Unter dem
Gehäuse befindet sich eine Welle aus Holz oder Metall. Diese
Welle wird
auf das Knie gestellt und somit ist es möglich, dass die
Instrumente
nach links und rechts gestellt werden können. Der Bogen wird
mit
Verbindung der Pferdehaare auf die Stengel hergestellt. Als man der
Kabak Kemane früher aus Darm hergestellte Saiten- namens
Kiris,
verbindete - gebraucht man heutzutage Saiten aus Metall.
Die Kabak Kemane ist ein Instrument ohne Bünde, mit der jede
Art
chromatische Töne leicht zu spielen sind. Sie hat die
Eigenschaft einen
Ton lang zu spielen und kann Legato, Staccato und Pizzicato spielen.
Karadeniz Kemencesi:
Ist ein
volkstümlich-türkisches Streichinstrument. Wie man
aus dem
Namen entnehmen kann, ist dieses Instrument im Schwarzmeer Gebiet sehr
verbreitet. Der Trogteil der Kemençe wird aus Maulbeerbaum,
Pflaumenbaum und aus Wacholderbaum hergestellt. Die Stange des Bogens
wird am meisten aus Rosen und Buchsbaum hergestellt. An die Spitzen des
Bogens werden Pferdehaare gebunden.
Diese Kemençe ist ein Instrument aus drei Saiten.
Früher wurden der
Kemençe Saiten aus Darm gebunden, heute werden meist Saiten
aus Metall
verwendet.
Die Kemençe ist ein Instrument ohne Bünde. Jede Art
von chromatischen
Tönen kann man leicht erreichen. Die Kemençe wird
am meisten auf zwei
Saiten gleich getastet, so dass gleichzeitig parallel vier
Töne
produziert werden können. Außerdem wird es mit einer
speziellen
Spieltechnik aus dem Handgelenk gespielt.
Rababa Kamandscha & Dschose:
Die Rababa ist eines
der ältesten Saiteninstrumente überhaupt. In ihrer
ursprünglichen Form besaß sie nur eine Seite; der
Korpus variierte von
Region zur Region und bestand z.B. aus einer halben Kokosnuss, die mit
Schaf- oder Fischhaut bespannt wurde oder einem
Schildkrötenpanzer. Die
moderne Form verfügt über zwei Saiten, die mit einem
Bogen gespielt
werden. Die Rababa gilt als Urform der Kamandscha (4-saitig bespannt),
aus der sich später die europäische Violine
entwickelte. Von Al-Farabi
(=Abu Nasr Muhammed
al-farabi (arabisch: ???
??? ???? ???????? , DMG Abu- Na s.r
Muh h.ammad al-Fa-ra-bi- ), latinisiert
Alpharabius, auch Alfarabi, El Farati, Avenassar
(*um 870; † 950 in Damaskus) war ein muslimischer Philosoph
und
Gelehrter aus Zentralasien. In der Wissenschaftsgeschichte des Islam
wird al-Fa-ra-bi- als „Zweiter Lehrer“ nach
Aristoteles gesehen. Er kannte
die meisten philosophischen Texte griechischer Autoren (Aristoteles und
alle wichtigen Kommentare, Platon), die bis dahin auf Persisch oder
Arabisch vorlagen, und trieb auch die Übersetzung weiterer
Texte voran.
Er beschäftigte sich mit Logik, Ethik, Politik, Mathematik,
Philosophie
und Musik.
Neben al-Kindi, al-Ra-zi, Avicenna, und al-Ghazali ist
al-Fa-ra-bi- einer der wichtigsten Vertreter der islamischen
Philosophie.
Er gehört mit zu den herausragenden und umfassenden Denkern
des 10.
Jahrhunderts und gilt als größter Theoretiker der
islamischen
Musikgeschichte.
Aufbauend auf der aristotelischen Logik entwickelte er eigene
Ansätze,
die über Jahrhunderte immer wieder herangezogen und intensiv
diskutiert
wurden. Besondere Wirkung, auch in hebräischen und
lateinischen
Übersetzungen des 11. und 12. Jahrhunderts, entfaltete sein
wissenschaftstheoretisches Grundlagenwerk Kita-b i h.s.a-?
al-?ulu-m .
Sein Kita-b al-mu-si-qi- al-kabi-r
gilt als umfassendste Schrift der islamischen Musiktheorie und
Musiksystematik. In seinen Schriften zur Musik verband er seine
detaillierten Kenntnisse als ausübender Musiker und seine
sachliche
Präzision als Naturwissenschaftler mit der Logik der
Philosophie. Vgl
Bild rechts oben, Illustration aus Kita-b al-mu-si-qi-
al-kabi-r ,
ein „ša-h-ru-d “
genanntes Musikinstrument)
wurde sie bereits im 10. Jahrhundert als Bestandteil des arabischen
Orchesters beschrieben. Vom arabischen Andalusien aus nahm die Rababa
den gleichen Weg wie die Laute und wurde in Europa im frühen
Mittelalter als „Fiedel“ bekannt. Diese ist
bekanntermaßen die
Vorläuferin der Violine. Im 20. Jahrhundert ersetzte man im
arabischen
Kunstmusik- Orchester im Zuge der „Erneuerung“ die
Rababa durch die
europäische Violine, die Kamandscha oder Dschose.
Imzad:
Der Imzad ist eine
einseitige Fidel, mit hölzernem Korpus und einer
Ziegenfell- Bespannung. Der Steg ist zweiteilig. Gespielt wird das
Instrument mit einem gerundetem Bogen mit Roßhaarbe.
Gimbri:
Die Gimbri
(auch als Guinbri, Gmbri, Gnibra, Gombri, Gunbri und Gunibri bekannt)
ist eine 1-1,5 Meter lange Laute mit 1-3 Saiten. Sie hat einen langen
runden Hals und einen rechteckigen Körper, welcher mit
Tierhaut
überzogen ist. Die Saiten sind normalerweise aus Schafsdarm
und werden
nicht mit Wirbeln, sondern mit einem Lederband am Hals befestigt.
Die
Gimbri ist ein westafrikanisches Instrument, das seine Wurzeln in
Guinea hat und wahrscheinlich im 13. oder 14. Jahrhundert mit den Gnawa
nach Marokko kam. Sie ist daher eher ein afrikanisches als ein
arabisches Instrument. Heute ist sie jedoch zu einem typisch
marokkanischem Instrument geworden.
Da die Gimbri mit Leder
überzogen ist, wird sie nicht nur als Saiteninstrument,
sondern auch
oft als Trommel verwendet. Das heißt man kann mit ihr
trommeln und
gleichzeitig auch Töne spielen.
Blasinstrumente:
Nay:
(Nai, Ney, Talawat,
Nira, Gasba, Fahl) Die Nay ist eine an beiden
Seiten offene Längsflöte aus Bambus- oder Schilfrohr
von etwa 60 bis
70cm Länge, mit 5 bis 7 Grifflöchern vorn und einem
Daumenloch auf der
Rückseite. Die Nay ist von der Struktur her ein einfaches
Instrument,
und ist im Vergleich zum Kanoun, einfacher zu spielen. Der Ton wird
erzielt, indem man das obere Ende an die oberen Schneidezähne
hält, und
gegen den Rand der vorderen Öffnung bläst. Die
Tonhöhe wird dabei durch
die Länge der Flöte bestimmt. Die Nay hat in der
arabischen Welt einen
besonders hohen Grad an virtuoser Klangqualität erreicht, die
besondere
Seelische Stimmungen, z.B. Sehnsucht und Zerrissenheit, sehr gut
auszudrücken vermag.
Historie: Das Instrument hat seinen Ursprung im alten Orient.
Archäologen fanden Belege dafür auf
ägyptischen Artefakten aus dem 3.
Jahrtausend v. Chr.. In Persien beschreibt das Wort Nay eine
einröhrige
Reedflöte, deren Ursprünge auf die Sumerer (Die
Sumerische Kultur ist
die Kultur des altorientalischen Volkes der Sumerer, das im
Süden
Mesopotamiens - im Land Sumer - im Laufe des 4. Jahrtausends v. Chr.
den Übergang zur mesopotamischen Hochkultur entscheidend mit
beeinflusst oder sogar hauptsächlich getragen hat.
Die Sumerer nannten ihr Land "ken-gir" und ihre Sprache "eme-gi(r)",
der Begriff "Šumeru" ist die akkadische Bezeichnung
für das Land und
Volk der Sumerer, eine Bezeichnung, die seit dem 19. Jhdt. nach der
Wiederentdeckung der sumerischen Schrift, Sprache und Kultur wiederum
für die Bezeichnung der Kultur und der Sprache verwendet
wird.)
zurückgeht.
Die Sufi (Der Sufismus (arabisch: ???? ,
tasawwuf , persisch: ????? ,
Erfan ),
veraltet auch Sufitum oder Sufik, gilt allgemein als die islamische
Mystik. Über die Jahrhunderte hinweg haben Sufis ihre Lehre in
einen
engen Zusammenhang mit der islamischen Tradition gebracht. Der Sufismus
ist somit Teil des Islam und nicht von ihm getrennt zu betrachten.
Vielmehr haben Sufis ihre Tradition als inneren Kern des Islam
verstanden. Ein Sufi ist somit immer ein Muslim. Einen
Anhänger des
Sufismus nennt man Sufi oder auch Derwisch. ) und die Derwische
benutzten die Nay schon seit dem 11. Jahrhundert, um ihre Trance-
Zeremonien zu begleiten, vgl. Bild unten.
Mizmar (Baladi):
Das Mizmar ist - wie
das Wort „Baladi“ unterstreicht – ein
volkstümliches Blasinstrument, der Oboe oder Klarinette
ähnlich. Mit
kleinen Abweichungen in Form, Material und Größe ist
das Mizmar in der
gesamten arabischen Welt verbreitet. Er findet lediglich in der
Volksmusik, nicht aber in der Kunstmusik Verwendung. Dieses
volkstümliche Blasinstrument verfügt über
einen wahrhaft
durchdringenden Klang. In der Saidi- und Baladi –Musik
begegnet man sie
sehr oft. Form, Größe und Material variieren von
Instrument zu
Instrument.
Gaitha (Dhaita,
Rhaita, Rhita, Ghayta, Oboe):
Die Gaitha produziert
einen lauten und spektakulären Klang. Diese Art
von „Oboe“ findet sich überall in der
arabischen Musik, vor allem in
der nordafrikansichen Folklore. Die konische hölzerne
Flöte mit ihren 6
bis 8 Grifflöchern mündet in einem Sack und ist mit
einem
Metallmundstück versehen. Ähnlich wie bei der Mizmar
nutzt der Musiker
hier die zirkulare Atmung, um einen dauerhaften Ton zu produzieren. Das
Instrument wird bei öffentlichen Ankündigungen und
bei Festlichkeiten
eingesetzt.
Mijwiz & Minjayrah:
Mijwiz was im
arabischen soviel wie doppelt bedeutet, ist so was
ähnliches wie eine doppelte Klarinette, die vor allem in
Syrien,
Libanon und Palästina gespielt wird. In Nordafrika gibt es ein
vergleichbares Instrument: das Maqrum. Der Ton wird wie bei einer
Panflöte erzeugt – nur, dass man zusätzlich
die Grifflöcher benutzt. In
der Hand eines Künstlers kann dieses Instrument sehr gut einen
Dialog
zwischen zwei unterschiedlichen Stimmungen interpretieren.
Das Mijwiz (Midwiz, Minjayrah) ist ein Holzblasinstrument mit zwei
Einfachrohrblättern und zwei zylindrischen Röhren
gleicher Länge, die
durch Fadenwicklungen an beiden Enden starr miteinander verbunden sind.
Die jeweils 5-8 (bisweilen auch mehr) relativ großen
Grifflöcher beider
Röhren sind jeweils paarig auf einer Höhe angeordnet.
Beide Röhren sind
im Einklang zueinander gestimmt. Als Material kommen
Pflanzenhohlstängel (meist Bambus) zum Einsatz. Das Instrument
taucht
bereits im alten Ägypten auf und wird bis heute nahezu
unverändert
gebaut. Traditionell wird das Mijwiz meist mit Zirkularatmung und
unisono gespielt, es ist aber auch ein zweistimmiges Spiel
möglich.
Gelegentlich wird das Mijwiz auch als Arghoul bezeichnet, obwohl dieses
sehr ähnliche Instrument aus einer Röhre mit
Grifflöchern und einer
grifflochlosen Röhre, die als Bordun dient, besteht.
Zurna:
Zurna
ist der türkische Name für eine Gruppe von Kegeloboen.
Sie haben ihren Namen su-rna- wahrscheinlich in
Persien erhalten und haben als zurna (das
türkische „z“ ist
ein stimmhaftes „s“ )
oder in ähnlicher Schreibweise hauptsächlich in den
Ländern des
ehemaligen Osmanischen Großreiches ihre Verbreitung gefunden.
Sie
dürften aber in manche Gegenden, so etwa auf den Balkan, schon
vor den
türkischen Eroberungen, meist durch dorthin
geflüchtete Roma gekommen
sein. Die Etymologie des Namens su-rna-/zurna ist
ungeklärt.
Die frühesten türkischen Termini für
vergleichbare Instrumente der
asiatischen Turkvölker waren im 10. Jahrhundert y?rag(
und yorag(. Die Zurna gilt
als Urahn der europäischen Oboe.
Bauart:
Kegeloboen werden aus einem einzigen, kegelförmigen
Stück Holz
gedrechselt. In der Türkei wird dafür das Holz von
Wacholder und
Pflaume bevorzugt. Die meisten Arten des zurna -Typs
sind im Griffbereich zylindrisch und zur Stürze hin konisch
gebohrt.
Sie besitzen ein Doppelrohrblatt, 3–8 Grifflöcher
und ein zur Mitte der
Rückseite hin versetztes Daumenloch, zusätzlich
manchmal eine
Vorrichtung, mit der alternative Töne und Klänge
erzeugt werden können.
Diese Technik wird allerdings heute nicht mehr genutzt.
Vom Prinzip her handelt es sich um Windkapselinstrumente, da der
Spieler das Mundstück meist so tief in den Mund nimmt, dass
die
Rohrblätter darin frei schwingen und nicht mit den Lippen
korrigiert
werden können. Dabei hilft ihm eine abnehmbare
Lippenstütze. Dieser
Ansatz wird oft in Verbindung mit der Zirkularatmung eingesetzt. Im
Schalltrichter, der Stürze, findet man gelegentlich
Grifflöchern
ähnliche „Teufelslöcher“ (s,eytan
delikleri) , deren klanglicher Sinn und musikalische
Verwendung heute nicht mehr geklärt werden können.
Die zurna gibt es in der Regel in dreierlei
Größen, türkisch als kaba
(„groß“ im Sinne von klanggewaltig,
wörtlich „dick“), orta
(„mittel“) und cura
(„klein“) bezeichnet.
Kaval:
Ist
ein volkstümlich türkisches Blasinstrument. Unter dem
Volk ist es
auch als Hirteninstrument bekannt. In verschiedenen Regionen ist es
auch unter den Namen Guval, Kuval bekannt. Es ist bekannt, dass der
Hirte die Schafherde mit dem Kaval richtet. Es wird vermutet, dass der
Ursprung des Wortes Kaval aus dem Wortwurzel 'Kav' abgeleitet ist,
welches die Bedeutung Hohl hat. Es hat ungefähr 2,
5-3 Oktaven. Unter
den heutigen Volksmusikgruppen wird es als eine Klangfarbe verwendet.
Es ist ein Instrument, das in der Gruppe Solo gespielt werden kann. Der
Kaval schützt seine Klangeigenschaft, der mit anderen
Instrumenten
gemeinsam gespielt werden kann.
Der
Kaval wird nicht in einer bestimmten Standartgröße
hergestellt,
deswegen kann man eine Länge zwischen 30cm. und
80cm, und einen
Durchmesser von ungefähr 1.5 cm feststellen. Im oberen Teil
befinden
sich 7cm, im unteren Teil 1cm Luftloch. Außer diesen
Luftlöchern
befinden sich im Unterteil 4 Luftlöcher die S,eytan Delig(i
und
Hazreti
Ali genannt werden.
Der Kaval hat zwei Arten, die Dilli Kaval und
Dilsiz Kaval heißen. Er wird aus Pflaumenbaum hergestellt. Im
Unterteil
hat der Kaval 4 Luftlöcher die S,eytan Delig(i und Hazreti Ali
genannt
werden.
Cigirtma:
Ist ein
volkstümlich -türkisches Blasinstrument.
Ç?g(?rtma wird aus dem
Flügelknochen des Adlers hergestellt. Das mehr von Hirten
gespielte
Instrument ist heutzutage beinahe Vergessen. Es hat insgesamt sieben
Luftlöcher von denen sechs oben und eins unten ist. Die
Länge beträgt
ungefähr 15-30 cm.
Tulum:
Ist ein
volkstümlich türkisches Blasinstrument. Es besteht
aus drei
Teilen die Lederteil (Deri), Nav und Ag(?zl?k genannt werden. In das
Lederteil wird Luft eingeblasen und mit Druck unter dem Arm wird die
Luft in das Teil Nav geleitet. Der Teil Nav ist der Klangteil. Es
besteht aus zwei Teilen, die Anal?k und Dillik genannt werden. Der Teil
Ag(?zl?k dient für die Luftbeigabe in das Lederteil des Sackes.
Das Tulum wird in den Gegenden Trabzon, Rize, Erzurum, Kars, im Gebiet
Nord und Südanatolien und im Traziengebiet gespielt. Der am
meisten aus
Lamm und Ziegenleder hergestellte Tulum wird in Trazien Gayda genannt.
Sipsi:
Sipsi das ein
volkstümlich türkisches Blasinstrument ist wird aus
Knochen, Holz oder aus Rohr hergestellt. Das aus Rohr hergestellte ist
verbreiteter. An der Spitze befindet sich noch ein aus Rohr
hergestelltes kleines Stück. Dieser Teil wird ganz in den Mund
genommen
und geblasen. Im ägäischen Gebiet der Türkei
ist es sehr verbreitet. Es
hat insgesamt sechs Luftlöcher von denen fünf Oben,
und eins Unten ist.
Cifte:
Ist ein
volkstümlich -türkisches Blasinstrument. Es wird
durch
Befestigung zweier Schilfröhren eineinander
hergestellt. An die
Spitzen der beiden Röhren werden zwei kleine Röhren
für den Klang
angesetzt. Diese zwei Röhren werden in die Mundhöhle
genommen und
gleichsam geblasen.
Es gibt zwei Arten von Çifte, die Demli Çifte und
Demsiz Çifte heißen.
Bei Demli Çifte ist einer der Rohre ohne Luftloch und gibt
nur einen
Maßklang. Das andere Rohr dagegen hat Luftlöcher und
die eigentliche
Melodie wird hier gespielt.
Die Çifte ist in verschiedenen Regionen unter den Namen
Argun, Argul, Karg?n, Zamb?r bekannt.
Percussion:
Davul:
Die Davul, im
osteuropäischen Raum auch Tupan genannt, ist eine
große
Trommel, welche im gesamten orientalischen Raum Verbreitung fand. Vor
allem ist sie in der türkischen Volksmusik verankert. Sie hat
einen
flachen hölzernen Korpus, der mit zwei unterschiedlichen
Fellen
bespannt ist. Sie zählt zur Familie der Rahmentrommeln. Der
Spieler
trägt sie an einem Riemen über der linken Schulter.
Das höhere (rechte)
Fell wird mit einer dünnen Gerte, das tiefere (linke) mit
einem
massiven Schlägel geschlagen. Die Davul wird häufig
mit dem
Doppelrohrblatt-Instrument Zurna zusammen gespielt. Diese Kombination
findet sich in vielen asiatischen Ländern. Über die
Janitscharenmusik
gelangte sie als große Trommel in die westliche
Militär- und
Orchestermusik. Bei der Erfindung des Jazz-Schlagzeugs stand sie
Vorbild für die Bass-Drum. Heutzutage findet man die Davul
aufgrund
ihres durchdringenden Klangs vermehrt auch in der Musik der
Mittelalterszene.
Nagara:
Ist ein
volkstümlich türkisches Schlaginstrument. Es wird
unter den Arm
genommen und mit den Händen geschlagen. Im Unterschied zum
normalen
Davul ist es länger. Der Durchmesser dagegen kürzer.
Tef:
Ist ein
volkstümlich türkisches Schlaginstrument. Es wird
durch die
Spannung eines Leders auf einen Reifen aus Metall oder Holz
hergestellt. Es hat zwei Arten, die Zilli Tef und Zilsiz Tef genannt
werden.
Kasik:
Ist ein
volkstümlich türkisches Schlaginstrument, besonders
die aus
Buchsbaum hergestellten werden angenommen. Der Stiel wird zwischen den
Fingern, der Rücken der ovalen Seite in die innere Hand
genommen und in
dieser Weise gespielt. Außerdem gibt es verschiedene
Griffweisen.
Frame Drums:
Rahmentrommeln sind
Trommeln, deren Durchmesser größer ist, als die
Korpustiefe; also alle Trommeln, die einem Tambourine ähneln
– mit oder
ohne Schellen. Es scheint fast so, dass überall auf der Welt
solche
Trommeln in Gebrauch sind – sei es die ägyptische
Duff, Riq, syrische
Duff, oder solche im pakistanischen Stil, Celtic Trommeln, Trommeln der
Ureinwohner Amerikas, aus Persien, Marokko, Usbekistan oder Indien. Es
gibt die unterschiedlichsten Modelle aus den verschiedensten
Materialien – Holzrahmen bespannt mit Ziegen-, Kalbs-,
Fisch-, Rind-,
oder aus synthetischen Fellen.
Handtrommeln aus den mittleren
Osten bestehen oft aus den unterschiedlichen Materialien –
Ton oder
Metall – Kupfer, Bronze, Aluminium. Dazu eine Vielzahl von
Bespannungen. Es ist also nur logisch, dass es auch eine
große
Bandbreite an Tonstimmungen und Temperamenten gibt, um den Klang des
dunklen „dum“ und des hohne
„tak“ zu variieren.
Riq:
Das Riq (oder Riqq)
ist eine arabische Tambourin-Trommel. Es zählt zur
Gruppe der Rahmentrommeln .Der Durchmesser der Trommel beträgt
ca. 24cm
und die Höhe ca. 6cm. An der Seite des Riq sind Schellen
angebracht,
z.B. in der Anordnung 5x2x2 Schellen. Früher wurde das Riq mit
Fischhaut bespannt, aber heute nimmt man meist Ziegenfell
dafür. Das
Riq findet Verwendung in der arabischen Volksmusik, der klassischen
arabischen Musik und auch zur Begleitung des Orientalischen Tanzes. Das
Riq ist eine Schellentrommel. Der Rahmen ist mit
Mosaikplättchen
verziert. Darin eingelassen sind zehn Schellenpaare, die in zwei direkt
übereinander liegenden Reihen von Schellenöffnungen
in gleichmäßigen
Abständen rings um den Trommelrand angebracht sind.
Duff oder Mizhar:
Duff
bzw. Mizhar sind ebenfalls genau wie der Riq Schellentrommeln. Der Duff
mit einem Durchmesser von 30 bis 40 cm, ist insgesamt flacher als der
Riq und hat nur fünf Schellenpaare. Interessanterweise wird
der Duff
nur von Frauen, früher meist älteren gespielt, und
ist damit speziell
der Bauchtanzmusik zugeordnet. Der Duff ist ein uraltes Instrument, auf
den sich bereits die Tänzerinnen im alten Ägypten
begleitet haben.
Bendir:
Das Bendir ist eine
von Marokko bis hin zum Irak gebräuchliche,
einfellige Rahmentrommel mit etwa 40 bis 70cm Durchmesser. Die Zarge
ist ca. 10 bis 20cm hoch. Unter der Trommelmembran (meist Ziegenhaut)
verlaufen zwei Snare- Strings- dem typischen Berber Sound. Das Bendir
ist dem religiösen Bereich zuzuordnen, oftmals findet man
daher auch
Koransuren als Dekor.
Das
Bendir ist ein in den arabischen Ländern und in Nordafrika
verbreitetes
Schlaginstrument, das einem großen Tamburin ohne Schellen
ähnlich ist.
Es besteht aus einem mit Ziegenleder bespannten Holzrahmen. Das Bendir
ist die Basis der algerischen Musikrichtung Raï, bei der
dieses
Instrument zur Rhythmisierung eingesetzt wird. In Marokko wird der
Bendir häufig in Gruppen unterschiedlich großer
Instrumente gespielt.
Die marokkanischen Trommeln haben meisten Schnarrsaiten. Es
zählt zur
Familie der Rahmentrommeln. Bei verschiedenen Sufiorden wird das Bendir
oft zur Begleitung der Ilahis (religiöse Lieder) verwendet.
Der Name
Bendir steht im deutschen Sprachraum meist für eine arabische
Rahmentrommel mit Schnarrseiten, wohingegen in Frankreich und den
Niederlanden beispielsweise die Bezeichnung sich auf alle arabischen
Rahmentrommeln bezieht.
Darbuka
(Durbakka, Dunbak, Tabla):
Die Darbuka ist eine
Trommel aus dem arabischen Raum. Sie besteht aus
einem kelchförmigen Körper, der traditionell aus Ton
gefertigt ist und
mit Fischhaut oder Ziegenfell bespannt ist. Sie wird entweder stehend
gespielt, indem man sie unter dem Arm klemmt oder auch sitzend, dann
ruht die Trommel auf den Oberschenkeln. In der Volksmusik wird die
Darbuka übrigens auch von Frauen gespielt, in der Kunstmusik
jedoch
ausschließlich von Männern. Die Spannung wird durch
Hitze oder Reibung
künstlich erhöht, um einen satten, hellen Klang zu
erzeugen. Die
Darbuka ist ein äußerst populäres
Instrument in der gesamten arabischen
Welt und somit auch für den orientalischen Tanz unverzichtbar.
Moderne Darbukas sind oft aus Metall gefertigt, wobei die
türkischen
Modelle aus Aluminium-, Kupfer oder Messingblech bestehen, und die
ägyptische Variante aus Aluminium gegossen wird. Die
Trommelfelle sind
meist aus Kunststoff, doch werden auch bei neueren Modellen Naturfelle
verwendet, um einen wärmeren, bassigeren Ton zu erzielen, der
sich von
den hohen Klängen der Plastikfelle unterscheidet. Als
Umschrift für
die arabische Bezeichnung ?????
wird auch Derbouka oder Darbouka
verwendet. Die beiden grundlegenden Schläge, die die Darbuka
erzeugen kann, sind ein Basston (dum ), der mit der
ganzen Hand in der Mitte zwischen Rand und Mittelpunkt gespielt wird
und ein hoher Ton (tak ),
der mit den Fingern direkt am Rand gespielt wird. Davon können
zahlreiche technische und klangliche Varianten abgeleitet werden.
Naqqarat:
Die Naqqarat ist ein
Trommelpaar aus Ton- oder Kupferkesseln, die mit
Kamelhaut bespannt sind. Sie werden sowohl in der Kunst- und der Volks-
wie auch in der religiösen Musik angewandt. Die Trommel wird
mit zwei
Schlegeln geschlagen (dum auf der rechten, tak auf der linken Trommel),
wobei der Musiker im Schneidersitz sitzt. Die Naqqarat gibt es in
verschiedenen Größen – bis hin zu riesigen
Exemplaren (Naqarya und
Naqrazen genannt), die bei Prozessionen links und rechts auf Kamelen
oder Eseln transportiert werden, wobei der Musiker auf dem
Rücken des
Tieres sitzt.
Zymbeln: (Sagat,
Zagat, Zills)
Zymbeln sind in verschiedenen Größen und
Ausführungen erhältlich. Sie
sind eines der wichtigsten Begleitinstrumente der
Bauchtänzerinnen.
Zymbeln sind Schellenpaare, die am Daumen und Mittelfinger befestigt
werden und die von Tänzerinnen zu bestimmten Rhythmen gespielt
werden.
Auf der Basis von 'geschlossenen', 'kreisenden' und 'offenen'
Klängen
gibt es eine beachtliche Bandbreite von Sounds. Auch die Schellen vom
Reqq werden übrigens Zymbeln genannt.
Chitarrone:
Der
Chitarrone war die größte Art der Bass- oder
Erzlauten (ital.
„Arciliuto“). Zu den regulären Griffsaiten
kamen 5 bis 8
unveränderliche Bordunsaiten hinzu. Im Gegensatz zu den
Darmsaiten der
Laute war der Chitarrone mit Metallsaiten bespannt, die für
mehr
Brillanz im Ensemblespiel sorgten. Neben Solokompositionen (z .B.
Johann Kapsberger: “Intavolatura di Chitarrone
è di Lauto”, Rom 1611)
wurde das Instrument vorwiegend zum Generalbassspiel
verwendet. Dieses
Instrument namens Chitarrone bezeichnet man auf deutsch als Theorbe.
Die Theorbe (ital. Tiorba , franz. Tuorbe ,
engl. Theorbo )
ist ein Musikinstrument, das als Zupfinstrument zu den
Saiteninstrumenten gehört. Der Name Theorbe bezeichnet eine
Reihe
verschiedener Basslauten, so genannter Erzlauten, deren Gemeinsamkeit
in einem zweiten Wirbelkasten zur Besaitung mit Bordunsaiten besteht:
Liuto attiorbato,Arciliuto, Chitarrone, französische
Théorbe des
pieces, English Theorbo, Archlute, deutsche Barocklaute, Angelique /
Angelica. Die Etymologie des Namens ist bisher ungeklärt.
Historie:
Die neue Musik ab 1600 (Monodie, Giulio Caccini) erforderte Instrumente
mit einem tiefen Bassregister zur Begleitung. Tiefere Darmsaiten der
Laute kann man entweder immer dicker herstellen oder immer
länger. Da
die Dicke eine Grenze hat, wich man in die Länge aus und
entwickelte
den zweiten Wirbelkasten an einem verlängerten Hals.
Ein weiteres Kennzeichen der verschiedenen Theorbentypen ist ihre
Größe
und die damit verbundene lange Griffbrett-Mensur, die zwischen 76 und
98 cm variieren kann. Darmsaiten, die so lang sind und trotzdem einen
hohen Ton geben sollen, können nicht hergestellt werden.
Deswegen
müssen bei manchen Typen der erste oder auch der erste und
zweite Chor
eine Oktave tiefer gestimmt werden (Chitarrone, Théorbe des
pieces,
Archlute), so dass der dritte Chor der höchste ist.
Quellenverzeichnis:
http://de.wikipedia.org/wiki
http://www.discoverturkey.com/german/sanat.html
http://www.almazah.de/knowhow/musik-instr.htm
Habib Hassan Touma
Die Musik der Araber
Taschenbuch zu Musikwissenschaft No. 37
Verlag Noetzel, Heinrichshofen-Bücher
Wilhelmshaven 1989
ISBN 3-7959-0182-0
Khaled Seif Abou
Zeid: „Musik Rhythmus & Tanz im Orient“
Dietlinde Karkutli:
„Das Bauchtanzbuch“